Ottilia – eine Hummel, die den Himmel berührt

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Es war einmal, vor über 25 Millionen Jahren, als die erste Hummel in den Gefilden des Himalaya, der Heimat des Schnees geboren wurde. Viele eiskalte und Schnee reiche Jahrhunderte später begegnete einer ihrer Nachfahrinnen in den abgelegenen Tälern einem Menschenwesen.

Die Begegnung von Mataji und Ottilia

Es war eine weise Yogini, namens Mataji, die sich vor Äonen entschlossen hatte ihrer Unsterblichkeit bewusst zu sein. Sie lächelte als die haarigen kugeligen Geschöpfe durch die Lüfte schweben sah. Intuitiv nahm sie telepathisch Kontakt zu diesem Flugwesen auf. Diese brummte sofort in ihren Geist: „Ich bin Ottilia, die fliegende Hüterin der Schwerkraft, der Zeppelin der Wildbienenwelt, auch Hummel genannt.“

Jenseits der Aerodynamik

Die weise Yogini Mataji war beeindruckt, noch nie hatte sie ein Wesen gesehen, dass einen so großen Körper und so kleine Flügel hatte und sich erheben konnte. Sie fragte sich, wie es Hummel Ottilia gelang trotzdem zu fliegen und sprach: „Deine Flügel scheinen zu klein für deinen Körper.“

Doch Ottilia lächelte nur und brummte laut: „Ich kenne die Gesetze der Aerodynamik nicht – ich folge dem Ruf des Himmels und fliege. Darin scheinen wir uns ähnlich zu sein, oder? Denn dein Körper ist doch auch zu klein für einen unendlichen Geist!“

Mataji war überrascht. Sie hatte sich tatsächlich noch nie mit einer Hummel unterhalten, das kam in ihrer Schulung durch die Ältesten Schwestern nicht vor. Sie schmunzelte über Ottilias Weisheit, und zeitgleich wurde ihr bewusst, dass die geistigen Schulungen wohl zu einseitig waren. Die Weisheit von Mutter Natur wollte erlebt, erfühlt und erkannt werden, hautnah.

Vor langer Zeit hatte sie ihr Dorf genau deshalb verlassen. Sie war den geistigen Beschränkungen ihres Umfeldes in ein Kloster im Himalaya entflohen. Nun schien es so, dass auch dort Einschränkungen im Studium bestanden. Sie wandte sich um so begeisterter wieder der großartigen Ottilia zu.

Jenseits von Glaubenssätzen

„Ja, liebe Ottilia, du hast vollkommen recht. Die meisten meiner Art sind Gefangene ihrer Glaubenssätze, die sie nicht in Frage stellen wollen. Selbst dann nicht, wenn Kometen aus dem interstellaren Raum gesichtet werden, die die Gesetze der Schwerkraft in Frage stellen. Die dogmatischen Mauern sind hoch und fest zementiert.“

Ottilia war angetan von der Offenheit der weisen Yogini und erzählte mehr von sich: „Mit 200 Flügelschlägen pro Sekunde, erschaffe ich kleine Tornados unter meinen Flügeln und schwebe selbst über den Gipfeln des Mount Everest. Ich bin das einzige Insekt, das sowohl den Himmel als auch die Erde berührt. So kann auch dein Geist jede Beschränkung überwinden.“

Mataji war sprachlos und zutiefst erfreut über ihre neue Lehrmeisterin.

Öffnung des multidimensionalen Portals

Ottilia verstärkte ihr Summen um ein Vielfaches. Die Frequenz wirkte wie ein Schlüssel in Matajis Geist. Langsam begann sich ein goldenes Licht spiralförmig in der Mitte ihrer Brust zu drehen, und innerlich öffnete sich ein Portal. Mataji erinnerte sich nun vollends an die Sprache aller Wesen. Sie lauschte dem Flüstern der Sterne und den Gesprächen des Windes. In diesem Moment erkannte sie, dass alle Dimensionen in Schichten in ihrem eigenen Feld existierten und aktiviert worden waren.

Das Portal eröffnete ihr den Zugang zu ihrer eigenen multidimensionalen Natur und zum Verständnis der Einheit mit allem, was ist.

„Wir sind eins“, flüsterte Ottilia, „himmlisch, himalayisch und einfach unsterblich.“

Mataji verneigte sich tief vor ihrer Lehrerin – der himmlischen Hummel Ottilia.

**** Und Du, liebe Seele, wie fühlst Du Dich nach der Lektüre des Märchens? ***

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