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Paco auf dem Weg ins Regenbogenland

Meine Erdenzeit nähert sich auf dieser Ebene dem Ende zu. Ich weiß 22 ist noch kein wirkliches Seniorenalter für Huftiere. Meine Aufgabe ist fast beendet. Der langsame Abschiedsprozess von mir macht es möglich, dass meine Zweibeinerin tief eintauchen kann in sich selbst. Sie fragt sich, warum sie erneut erschüttert ist, denn der Sterbeprozess selbst macht ihr keine Angst. Sie hat sowohl Zwei- als auch Vierbeiner über die Regenbogenbrücke begleitet ins neue Leben. Das Kleben an der materiellen Form ist ihr bewusst, natürlich ist es sehr traurig, wenn ich nicht mehr körperlich da bin, aber unsere Verbindung ist über die Sphären hinweg untrennbar und das spürt sie. Ähnlich einer Wolke, die den Regen schenkt und deren Wasser eines Tages in unserer Teetasse landet, ist alles im Universum ewig. Es gibt kein Ende von Leben, denn das Gegenteil des Todes ist die Geburt, das Leben ist ein immer währender Zustand.

Diese Erfahrung hat sie mit ihrem Vater gemacht, der sie in neue Erfahrungsbereiche aus dem Jenseits schleuste und das ist übrigens auch das Jahr, in dem sie sich für mich entschied. Unser gemeinsamer Weg beginnt und 2 Monate später stirbt ihr Vater. Seit diesem Jahr hat sie chronische Schmerzen. Erst kürzlich erfuhr sie von einer Psychosomatikerin, dass 99,5 % der sog. Fibromyalgiepatienten schwerst traumatisiert sind. Kommt zum bestehenden Seelenschmerz noch eine Ladung hinzu, geht nichts mehr.

Ich bin ihre längste Beziehung zu einem Wesen – 13 Jahre –  mit vielen Höhen und Tiefen in tiefster Verbundenheit, die in der Zeit vor und nach der Klinik noch eine andere Qualität annimmt. Letzte Woche hat sie sich nach dem Füttern so erschöpft gefühlt und neue Schmerzattacken erlitten, dass sie sich fragte, wie es weitergehen soll. Bei ihr kam der Satz: „ich kann nicht mehr.“

Am nächsten Vormittag beim Sonnengebet sende ich ihr meine Botschaft: „lass mich gehen.“ Drei Mal hintereinander hört sie den Satz und bricht weinend zusammen. Ich sende ihr Bilder, dass ich eines Morgens einfach auf der Koppel umringt von meinen fünf Mädels einschlafe. Plötzlich taucht es aus den tiefen ihrer Seele auf… Trauer… sie atmet weiter und tiefer, bleibt bei dem Schmerz und bittet ihr Innerstes um ein Bild. Sie sieht sich als Dreijährige und erinnert sich. Ihre Mutter war tief depressiv während ihrer Schwangerschaft und kurz nach ihrer Geburt stirbt ihr Opa, so dass Schwärze und Trauer ihr Leben von Anbeginn überschattet. Dieses Leid ist der Seelen-Schlamm, der die Seerosen bis heute wachsen lässt.

Die Geschichte ist nicht neu für sie, aber es ist das erste Mal, dass sie ihren Emotionen bis zum Grund folgt und den Wogen nicht erliegt.

Sie atmet ein, spürt die Traurigkeit der kleinen Iris und atmet aus. Sie nimmt die Kleine in den Arm und ist mit der tiefschwarzen Traurigkeit verbunden, wie mit einer Freundin. Das ist der wirklich bedeutsame Prozess, der parallel zu meinem Lösen aus der körperlichen Form vonstatten geht. Ich liege viel und sie ist an meiner Seite und kann atmen und endlich ihr Leid in Seerosen verwandeln.

Bislang überwältigten sie die Traumata und verschluckten sie für Stunden, Tage oder auch Wochen. Es dauert so lange, bis diese Aufgabe in den Seelenschmerz einzutauchen und atmend mit ihm zu sein, gelernt ist. Es gelingt ihr endlich ihren Geist zum entspannten Atemstrom zurück zu bringen, täglich übt sie und seit kurzem immer länger und intensiver. Sie spürt den Abstieg in die Tiefe durch das bewusste Atmen. Aus dem Innersten taucht das Wort Buddhanatur auf. Plötzlich fällt es ihr wie Schuppen von den Augen: ich bin ihr #Naturbuddha. Oft nannte sie mich Rinpoche, Lama La, weil ich ihr diese Räume ohne Gedanken schenke, das SEIN in seiner ureigensten Form – Verbundenheit. Bei mir hat sie das erste Mal bewusst einen Raum ohne Gedanken für die Stunden unseres Beisammenseins erfahren.

Die Inspiration zu diesem Begriff, #Naturbuddha, der in ihrem Buch Heilende Seelensprache – 31 Lebensweisheiten von Naturbuddhas auftaucht, ist von mir. Der Kreis schließt sich, deshalb kann ich diese Seinsebene bald verlassen. Meine Aufgabe ist erfüllt. Das kann auch ein Grund sein zu sterben, was nur bedeutet diese Ebene Euer Wirklichkeit zu verlassen. Vielen Zweibeinern fällt es schwer das Transformationsthema, das Loslassen von der körperlichen Form, anzunehmen. Es muss jedem überlassen bleiben, ob er uns Vierbeinern hilft oder ob das Wesen die Kraft hat uns beim Übergang in die Regenbogenwelt zu begleiten. Das sind sehr persönliche Themen, die jeder mit seinem Naturbuddha besprechen kann.

Zudem gibt es die Möglichkeit in ein paar Monaten wieder zurück zu kommen, wenn ich tatsächlich einen neuen Körper will. Die großartige Criollo-Stute Federica ist trächtig und bekommt ein Winterfohlen. Aber, so weit sind wir noch nicht.

Ich galoppiere erst mal, wenn der Augenblick gekommen ist, mit meiner Stutenherde über die immergrünen Weiden im Regenbogenland. Meine Zweibeinerin spürt, dass eine neue Zeit der Stille anbricht. Ich fühle, dass ihr Pferdegesellschaft Freude schenkt, dennoch ist die Lebensphase „eigenes Pferd“ abgeschlossen. Es wird sich in diesem sehr bewegten 2020 zeigen, wohin unsere Reisen gehen und wie gesagt, da ist noch Federica.

Die Fortsetzung lest Ihr hier.

Euer Regenbogen-Paco

P.S. Erdenzeit: Jenseits der Dreidimensionalität. Mit dem zyklischen Mayakalender könnt Ihr aus der zeitlich-kalendarischen Zwangsjacke aussteigen in die 5 Dimensionalität. Tzolkin – Die verborgene Ordnung der Zeit empfehle ich Euch sehr!

Published inDepressionNaturbuddhaTrauma

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