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Fortsetzung: Bin ich „schuld“ daran, dass mein Tier leidet?

Ich möchte im zweiten Teil des Artikels zur Tierheilkunde nunmehr auf die möglichen Schuldgefühle oder -zuweisungen durch einen selbst oder das Umfeld, in dem wir uns bewegen, eingehen.

In der christlich abendländischen Kultur hat kurioserweise die Idee eines strafenden urteilenden Gottes noch mehr Kraft als man gemeinhin bereit ist anzuerkennen. Zum einen habe ich selbst auf meinem geistigen Weg entdeckt, wie stark die Wertung und Bewertung durch den Verstand ist, der in Verbindung mit Informationen über den Hintergrund von Krankheiten gerne dazu verwandt wird, sich selbst zu richten und in den Schuldmodus zu verfallen.

Dahinter steht für mich das zumeist unbewusste alttestamentarische Erbe, die Ideen des jüngsten Gerichtes in all seinen Manifestationen, sowie die Überlieferung, dass Gottes Sohn für die Sünden der Welt starb etc.
Schuld und Sünde sind als Begriffe fast nicht voneinander zu trennen, wenn das auch bei vielen – wie ich annehme – sehr verborgen abläuft, in einer Form des „sich schlecht fühlens“, eine dunkle Wolke schwebt über einem, die Sorgen über die Ausmaße des eigenen Unbewussten und die Bewertung von Krankheit an sich, als ein Phänomen, was uns in unserer Lebensidee stört und schnell per Knopfdruck verschwinden soll.

Wie sehr man auch versucht solchen Dogmen nicht anzuhängen oder an sie zu glauben, so sind doch 2000 Jahre Religionsgeschichte und Bild gewaltiges Erbe in Kirchen, Klöstern mit zumeist leid- und schmerzvollen Symbolen (Jesus ans Kreuz genagelt) nur schwer zu ignorieren, selbst wenn man sich als Atheist bezeichnet.

Die Herkunft des Wortes Schuld aus dem althochdeutschen sculd bedeutet Verpflichtung oder Verantwortung.

Sonst nichts!
Lauschen Sie kurz in sich selbst hinein, was in Ihnen geschieht, wenn sie das Wort Schuld benutzen oder spüren sie dem Gefühl nach, wenn ihre Tiere leiden und sie erfahren, dass die Krankheit etwas mit ihren verborgenen seelischen Themen zu tun hat.
Was geschieht in ihnen?

Zurück zur Schuld = Verantwortung: Denn zum einen ist man aufgefordert zu „antworten“ ohne christlich fehl gedeutete Zusammenhänge ist das zuerst einmal ganz wertfrei.

Im Nachsinnieren über den Begriff habe ich persönlich Schuld als eine unbewusste Negation verstanden, meinem Unvermögen mich zu ver – antworten. Vielleicht rührt daher der innere Seelendruck, den ich verspüre – jenseits von moralischen christlich dogmatischen Wertungen?
Wenn ich nicht weiter weiß, trotz aller Hinweise, die ich erhalten habe und dem Schmerz ausgeliefert bin?

Das Wort Schuld kann auch mit der Schulter – „etwas schultern“ in Zusammenhang gebracht werden. An dieser Stelle ist die christliche Mythologie wieder hilfreich. Die Bibel ist vor allem eine symbolische Schrift, die wir verlernt haben zu verstehen. Jesus trug das Kreuz, das die materielle vierelementare Welt symbolisiert, auf seine Schultern. Er lud die „Verantwortung“ (= Schuld) der Menschheit auf sich, schulterte diese.
Das bedeutet, er verpflichtet sich die Menschen daran zu erinnern, dass Jesus Christus = also der erlöste bewusste göttliche Aspekt in jedem von uns schlummert und wartet erweckt zu werden. Dann wird aus uns Jesus Christus als Sinnbild des Erwachens, dass wir göttlicher Natur sind.

Der Weg dorthin ist nicht über den Verstand zu meistern und für viele Menschen sind die Tierseelen, die Spiegel einer bedingungslosen Liebe sind, ein Einweihungsweg. Es enden die Worte und der Besitzer wird auf das Fühlen und Annehmen zurückgeworfen. Der Weg mit einem solchen Wesen ist ein großes Geschenk.

Eine weitere für mich wesentliche Information für sogenannte spirituell orientierte Menschen ist, dass wir hier in der Polarität des irdischen Daseins kein äußeres Paradies finden, es ist inwendig! Der Wunsch, dass endlich alles gut wird, wenn wir uns nur ausreichend „bemühen“ und „erkennen“ – alles „richtig“ machen, erinnert mich an ein Leistungsbewußtsein und daran, dass wir die Grundregel unseres Lebens in dieser Dimension ignorieren.

Es fehlt an der Übung von innerem Frieden und Gleichmut, der uns in Ruhe auf das Spiel der polaren Welt von Gegensätzen blicken lässt und bereit ist in Kommunikation mit dem Leben zu treten. Das Leben will mich etwas lehren und spricht durch äußere Begebenheiten zu mir. Sei es durch meinen Körper, den meiner vierbeinigen Begleiter oder sonstigen „schicksalhaften Wendungen“.

Das Gesetz der Polarität
Desto mehr ich begreife, dass Tag/Nacht, hell/dunkel, gut/böse, Mann/Frau, plus/minus Widerspielungen und Grundbedingungen meiner polaren gespaltenen Natur sind, dann ist der Weg in das All-Eins-Sein über das Fühlen, Atmen, die bewusste Meditation und Kontemplation zu erreichen. In den hermetischen Schriften wird das als Gesetz vom Dreieck bezeichnet, das manche aus der Schule als These / Antithese und Synthese kennen.
Die Synthese ist in unserem Zusammenhang das Wahrnehmen der Polarität, das Erfühlen unserer menschlichen Natur in Geburt und Tod gefangen und durch Meditation, bewusstes Atmen erfühle und erkenne ich, dass es einen energetischen Ort jenseits von Worten und Verstandeskonzepten gibt. Dort erkenne ich, dass alles eins und die Spaltung eine Illusion ist. Im normalen Leben kann diese Erkenntnis durch einen Flugerlebnis ausgelöst werden. Ich erhebe mich in die Luft und blicke von oben auf mein Leben. Das gleiche Erlebnis lässt sich durch Atemübungen und bewusstes Wahrnehmen unseres inneren Energiekörpers auslösen, allerdings nachhaltiger!

Das ist ein Weg der täglichen Übung, der Geduld und Hingabe. Nicht umsonst beten die Mönche täglich viele Stunden, um den Verstand im Zaum zu halten, das „innere Königreich“ zu hegen und zu pflegen, was bedeutet der Sprache der Seele zu lauschen, die Intuition zu stärken und Mitgefühl zu entwickeln.

Abschließend möchte ich noch auf die Etymologie von Sünde eingehen, das Wort stammt aus dem Griechischen = harmatain und bedeutet: das Ziel verfehlen.

In der Seele des Menschen schlummert der Wunsch nach Ganz- und Heilwerden und so spüre ich, wenn ich das „Ziel verfehlt habe“ – anstatt auf meine Intuition zu hören oder mehr auf mich zu achten.

Meine Seelenbegleiter sind die Tiere, die mir beistehen und für mich viel emotionale Last „tragen“. Das sind leider alles sehr menschliche Begriffe, aber jene, die Heilung und die Reaktion ihrer Begleiter bei Behandlungen erlebt haben, wissen, was ich meine.

Bedeutsam sind für mich konkrete Übungen, die wir so oft als möglich ausführen sollten, um uns dem Sein jenseits der Polarität zu öffnen und vor allem mehr Selbstannahme und Zärtlichkeit mit unserem Unvermögen zu entwickeln. Das reduziert das Konfliktpotential mit anderen Mitmenschen erheblich.

Übungen: Wer sich auf seinen Atemstrom ganz bewusst konzentriert, kann nicht gleichzeitig denken und wird sehr schnell im Jetzt sein. Das Wort Atem kommt aus dem Sanskrit atman = Seele!
Der Atemstrom ist unbewusst, unkontrolliert von unserem Verstand, die Rückverbindung mit diesem Seelenstrom ist ein Anbinden an den Moment.
Im Jetzt gibt es keine Bewertung und Verurteilung – dort in diesem energetischen Raum – im Sein hat kein Wort oder Verstandeskonzept Zutritt.

Es herrscht Stille.

Probieren Sie es gleich aus, beginnen Sie bewusst zu atmen, jeden Tag wenige Minuten mehr oder laufen sie ganz bewusst, spüren Sie ihre Füße und Sie werden erkennen, dass kein Gedanke möglich ist.

Diese innere Stille gibt mir die Kraft und den Mut den Weg der Selbsterkenntnis zu beschreiten ohne Ver- und Beurteilungen durch mich selbst. In diesem Fühlen kann ich mich intuitiv mit meinen tierischen Begleitern verbinden und ihnen danken für ihre Liebe und Hingabe und mir selbst.

Es ist wie mit dem Laufen lernen, einen Schritt nach dem anderen, viel Geduld und jede Menge Freude über die ersten Schritte helfen mir dorthin zu gelangen, wo ich in innerem Gleichmut auf die Wogen des Seins blicke, in mich hinein lächele und dankbar bin für die Wunder des täglichen Seins in jeglicher Form, seien es Vier- oder Zweibeiner, Pflanzen oder die Wolken am Himmel.

Es lebe das Leben!

Cordis Sophia

Published inBewusstsein

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